Drei Trends prägen die Sicherheit verschlüsselter Kommunikation im Jahr 2026
Quantencomputing, strengere Vorschriften und die Notwendigkeit von Kryptoagilität verändern die IT-Sicherheit. Hier erfahren IT-Entscheider, was sie 2026 priorisieren müssen.
Helmut Grießer
Im Jahr 2026 wird die IT-Sicherheitslandschaft von einer grundlegenden Veränderung geprägt: Der Übergang zu quantensicherer Verschlüsselung. Noch sind Quantencomputer nicht leistungsfähig genug, um aktuelle Verfahren zu brechen, doch Experten erwarten, dass dies nur eine Frage von ein bis zwei Jahrzehnten ist. Da Quantencomputer immer leistungsfähiger werden, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsarchitekturen auf die Ära der Post-Quanten-Kryptografie (PQC) ausrichten. Doch damit nicht genug: Auch gesetzliche Rahmenbedingungen wie die NIS2-Richtlinie und die steigende Bedeutung von Kryptoagilität rücken zunehmend in den Fokus. Für Unternehmen, die ihre IT-Sicherheit langfristig stärken wollen, wird 2026 ein Jahr entscheidender Veränderungen.
In diesem Blogpost beleuchten wir die drei zentralen Themen, die IT-Entscheider 2026 im Bereich Datenverschlüsselung beachten sollten: PQC, NIS2 und Kryptoagilität.
1. Post-Quanten-Kryptografie: Die Zukunft der Verschlüsselung beginnt jetzt
Quantencomputer haben das Potenzial, die Verschlüsselungsmethoden, auf denen die moderne IT-Sicherheit basiert, zu gefährden. Daher ist der Einsatz von Post-Quanten-Kryptografie (PQC) entscheidend, um den künftigen Herausforderungen zu begegnen.
PQC bezeichnet Verschlüsselungsverfahren, die nicht nur gegen klassische Angriffe, sondern auch gegen Attacken von Quantencomputern resistent sind. Das Ziel: Verschlüsselungsalgorithmen zu schaffen, die sicher bleiben, selbst wenn Quantencomputer in der Lage sind, traditionelle Verfahren wie RSA oder ECC zu brechen.
2026 wird der Übergang zu PQC für viele Unternehmen nicht mehr optional sein. Insbesondere bei Daten, die über lange Zeiträume hinweg vertraulich bleiben müssen – wie etwa in der Finanzwelt, im Gesundheitswesen oder in staatlichen Einrichtungen – ist der Umstieg auf quantensichere Verfahren bereits jetzt dringend geboten.
Warum jetzt handeln?
- Frühzeitige Vorbereitung: Der Schritt zu PQC muss geplant und die neuen Verfahren in bestehende Systeme integriert werden, bevor Quantencomputer in der Lage sind, aktuelle Verschlüsselungen zu brechen.
- Langfristige Datenhaltung: Daten, die heute verschlüsselt werden, könnten mit Quantencomputern in der Zukunft entschlüsselt werden. Ein rechtzeitiger Umstieg schützt diese langfristig „wertvollen“ Daten vor zukünftigen Angriffen.
2026 markiert die Phase der strategischen Weichenstellung für Post-Quanten-Kryptografie: Unternehmen beginnen, PQC systematisch einzuplanen und in sicherheitskritischen Bereichen einzuführen, um rechtzeitig vor verbindlichen Vorgaben ab 2030 vorbereitet zu sein.
Die Zukunft der Verschlüsselung beginnt jetzt – Unternehmen müssen heute handeln, um sich auf das Quantenzeitalter vorzubereiten.
2. NIS2-Richtlinie: Verstärkter Druck durch neue regulatorische Anforderungen
Mit dem Inkrafttreten des NIS2-Umsetzungsgesetzes am 6. Dezember 2025 gelten in Deutschland deutlich strengere Anforderungen an die Cybersicherheit. Unternehmen, die als besonders wichtig oder kritisch für die Gesellschaft und Wirtschaft gelten, werden verpflichtet, ihre Kommunikationsnetze und Informationssysteme umfassend abzusichern.
Die NIS2-Richtlinie legt besonderen Fokus auf die Absicherung kritischer Infrastrukturen und fordert, dass eingesetzte Verschlüsselungsmechanismen dem Stand der Technik entsprechen, regelmäßig überprüft und an neue Bedrohungslagen angepasst werden.
Was bedeutet das für IT-Entscheider?
- Jetzt vorbereiten: Unternehmen sollten sofort Maßnahmen ergreifen, damit ihre Verschlüsselungsverfahren quantensicher werden.
- Compliance und Risikomanagement: Eine statische Sicherheitsstrategie reicht nicht mehr aus – sie muss regelmäßig überprüft und nachweislich den neuen regulatorischen Vorgaben angepasst werden.
Für Unternehmen bedeutet die NIS2-Richtlinie, dass PQC nicht nur eine technische, sondern auch eine rechtliche Notwendigkeit wird. Die empfohlenen Verschlüsselungslösungen müssen implementiert und – bei kritischen Einrichtungen – alle drei Jahre auditiert werden. Für andere wichtige Einrichtungen kann das BSI eine Prüfung anordnen.
3. Kryptoagilität: Die Fähigkeit, sich schnell an neue Bedrohungen anzupassen
Die rasante Weiterentwicklung von Bedrohungen und Angriffstechniken hat die Bedeutung von Kryptoagilität in den letzten Jahren erheblich gesteigert. Kryptoagilität ist die Fähigkeit, Verschlüsselungsverfahren schnell anzupassen und zu aktualisieren – insbesondere, wenn neue Bedrohungen auftauchen oder bestehende Algorithmen als unsicher gelten.
Warum Kryptoagilität 2026 entscheidend ist:
- Flexibilität bei der Verschlüsselung: In einer Welt, in der Bedrohungen zunehmend komplexer werden und Quantencomputing vor der Tür steht, müssen Unternehmen ihre Kryptografie bei Bedarf anpassen können.
- Zukunftssicherheit: Kryptoagilität stellt sicher, dass kryptografische Verfahren auch nach der PQC-Einführung flexibel angepasst werden können – etwa, wenn neue Bedrohungen auftreten oder sich einzelne PQC-Standards als unzureichend erweisen. So bleibt die Sicherheitsarchitektur auch im Quantenzeitalter robust.
Die Fähigkeit, verschiedene Kryptografieverfahren nahtlos zu integrieren und auszutauschen, wird nicht nur eine technologische, sondern auch eine geschäftliche Notwendigkeit. Unternehmen, die heute bereits auf Kryptoagilität setzen, stellen sicher, dass sie auch in Zukunft vor neuen Bedrohungen geschützt sind.
Fazit: 2026 – Ein Jahr der entscheidenden Weichenstellungen
Der Übergang zu Post-Quanten-Kryptografie, neue regulatorische Anforderungen durch NIS2 und die Notwendigkeit von Kryptoagilität werden die IT-Sicherheit im Jahr 2026 prägen. Zusammen machen diese Trends die Verschlüsselungsstrategie zu einer Top-Priorität für jedes Unternehmen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu handeln: Implementieren Sie PQC, bereiten Sie sich auf die Einhaltung der neuen Richtlinien vor und bauen Sie eine kryptoagile Infrastruktur auf, um eine sichere Kommunikation in einer von Quantencomputern geprägten Zukunft zu gewährleisten.
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